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Wall Street

Die Wall Street ist eine Straße in New York (Manhattan) in den USA. Sie bezeichnet einerseits die Gesamtheit der amerikanischen Finanzindustrie und gilt andererseits als Zentrum des Financial District. In der Wall Street befinden sich eine Vielzahl von Banken und die weltweit größte und wichtigste Aktienbörse, die New York Stock Exchange (NYSE). In umgangssprachlicher Hinsicht wird die Börse auf Grund ihrer Lage im Sinne eines Synonyms als Wall Street bezeichnet. Ihre Entstehung reicht bis in das Jahr 1792 zurück. Damals wurde ein Abkommen zwischen 24 Brokern unterzeichnet (Buttonwood-Abkommen, nach dem Namen des Baumes, an dem das Abkommen unterschrieben wurde). Das Abkommen beinhaltete die Verpflichtung, dass Aktienhändler für jeden Aktienhandel eine Kommission von ¼ Prozent veranschlagen. Darüber hinaus würden sie einander beim Handel den Vorzug geben. Die Börse begann somit am 17.5.1792 mit einer Anzahl von fünf Aktien, die aus Banken und Staatsanleihen stammten. Das erste Reglement zur Börse wurde im März 1817 definiert. Es begründet das so genannte New York Stock and Exchange Board mit Sitz in der Wall Street. Das Regelwerk wurde der philadelphiaschen Börse entlehnt und galt als Satzung. Im Februar 1820 entstand die erste eigene Satzung, die aus den Geschäftserfahrungen der vorangegangenen drei Jahren resultierte.

Im Jahr 1835 gab es einen Brand, der mehrere Hundert New Yorker Gebäude zerstörte. Die Wall Street war ebenfalls betroffen. Innerhalb kürzester Zeit konnten neue Gebäude bezogen werden. Einen Meilenstein setzte die Erfindung des Telegrafen im Jahr 1844. Dadurch wurde erstmals eine Teilnahme von Investoren jenseits von New York am Börsenhandel möglich. Im Jahr 1857 verzeichnete die Wall Street ihren ersten Crash. Eine Lebensversicherung meldete Konkurs an und löste panische Verkäufe aus. Seinen endgültigen Namen New York Stock Exchange, der bis heute gültig ist, erhielt die Börse an der Wall Street am 29.1.1863. Im Jahr 1867 wurde der erste Newsticker eingeführt, der die Aktienkurse präsentierte. Im Mai 1869 schloss sich die Wall Street mit dem so genannten Open Board of Brokers zusammen.

Der erste an der Börse gelistete amerikanische Aktienindex kam 1884 auf den Markt. Im Folgejahr konnte er sich mit 14 Aktien präsentieren, darunter 12 Aktien der Bahn und 2 Aktien der Industrie. Der Dow Jones Index, der bis heute als Leitindex der Wall Street gilt, hat seine Geburtsstunde im Mai 1986 unter der Bezeichnung Dow Jones Industrial Average. Die nach wie vor bestehende Adresse der New York Stock Exchange in der 11 Wall Street wurde im Jahr 1903 bezogen und hat sich seither nicht mehr geändert.

Der 24. Oktober 1929 gilt als der krisenreichste Tag in der Geschichte der Wall Street. An diesem so genannten Black Thursday (Schwarzer Donnerstag) hat die Börse ihren größten Crash zu verzeichnen. In Folge dessen wurde Jahre später, 1934, die Börsenaufsicht unter dem Namen SEC (Securities & Exchange Commission) ins Leben gerufen.

Im Jahr 1966 ist die Einführung des Composite Index zu verzeichnen. Dreizehn Jahre später kommt es zur Gründung der bekannten Tochtergesellschaft NYFE (New York Futures Exchange) mit dem Zweck der Abwicklung von Termingeschäften. Weitere drei Jahre später kann die Gesellschaft den Handel von mehr als 100 Millionen Aktien verzeichnen. Der so genannte Black Monday (Schwarzer Montag) am 19.10.1987 ist als schlechtester Handelstag in die Geschichte der Wall Street eingegangen. Der Dow Jones verlor innerhalb eines halben Tages 508 Punkte. Seinen höchsten Stand konnte der Dow Jones Index am 14.1.2000 mit weit über 11.000 Punkten verzeichnen. Am 29.1.2001 wurde an der Wallstreet die Bewertung von Aktien in Form von Dezimalzahlen eingeführt. Damit war die bis dato übliche Bruchrechnung Geschichte. Die Terroranschläge vom 11.September 2001 in den USA führten zu einer siebentägigen Schließung der Wall Street.

Die Wall Street kooperiert seit dem Jahr 2003 mit ihrem bis dahin größten Konkurrenten, der amerikanischen Computerbörse NASDAQ (National Association of Security Dealers Automated Quotation System). Im Jahr 2005 wurde die Wall Street elektronisch umgestellt, nachdem sie zuvor mit der Elektro-Handelsplattform Archipelago Holdings Inc. fusionierte. Sie wird zwar weiterhin den Handel am Parkett durchführen, jedoch wird künftig aller Voraussicht nach der elektronische Aktienhandel vorherrschen. Als größter erwirtschafteter Umsatz eines Einzeltages gilt der 27.2.2007. An diesem Tag wurden mehr als 4 Milliarden Aktien gehandelt. Im April 2007 fusionierte die NYSE mit der Mehrländerbörse Euronext zur NYSE Euronext und bildet damit weltweit die erste transatlantische Börse. Unterdessen sind an der Wall Street über 3000 Firmen gelistet, in erster Linie Finanzdienstleister, Bankinstitute und Großkonzerne. Jeder, der handeln möchte, unabhängig davon, ob es sich um ein Unternehmen oder einen einzelnen Investor handelt, benötigt einen so genannten Seat. Die höchsten Kosten für einen Seat liegen bei vier Millionen US-Dollar. Die Anzahl vorhandener Seats liegt seit dem Jahr 1953 unverändert bei 1366 Stück.

An der Wall Street werden sämtliche existierenden Kurse gemäß ihres Eingangs bearbeitet. Es existiert kein Kassakurs, das heißt kein Preis bei sofortiger Devisenaushändigung. Sind Restbeträge vorhanden, die aus nicht abgeschlossenen Aufträgen resultieren, fließen diese unmittelbar zum nächsten Kurs in den Handel ein. Die NYSE bietet kein Repartierungsverfahren.

Autor: money - veröffentlicht am 19.03.2008 - 00:03:33 - letzte Überarbeitung am 19.03.2008 - 19:02:10

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Kategorie: Börse
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